Mieterverein Dortmund - Nr. 84

Mieterforum II/2026 8 ::: Titel Auslöser der Heizausfälle war nach Unternehmensangaben ein Rohr- bruch im Ein-Strang-Heizsystem, worauf es bei mehreren Mietparteien zu Störungen kam. Im Januar 2026 berichteten die Ruhr Nachrichten über Schimmelbefall in Schlaf- und Kinderzimmern und kalte Wohnungen trotz voll aufgedrehter Thermostate. Ein Unternehmenssprecher verwies auf zahlreiche Maßnahmen, die durchgeführt wurden. Veraltete Absperrventile seien ausgetauscht, eine automatische Füllstation gegen Druckverluste installiert und seit 2024 mehr als 25.000 Euro investiert worden. Eine überschaubare Summe für einen Gebäudekomplex mit mehr als 100 Wohnungen. Ob und wann die augenscheinlich störanfällige Heizungsanlage komplett modernisiert wird, steht in den Sternen. In den Wohnungen leben zahlreiche Menschen, die Bürgergeld oder Grundsicherung beziehen. Ein erheblicher Teil spricht kaum oder kein Deutsch. Aus Sicht renditeorientierter Wohnungsunternehmen sind Bestände mit diesem sozialen Profil wirtschaftlich interessant: stabile Nachfrage aus dem unteren Einkommenssegment und Mietzahlungen, die in vielen Fällen verlässlich vom Amt überwiesen werden. Hinzu kommt, dass Bewohner:innen in solchen Lagen ihre Rechte oft schwerer durchsetzen können, Widerspruch bleibt dann leichter aus. Hindernis Sprachbarriere Jan Meier, Mitglied der Bezirksvertretung Mengede, verdeutlicht, warum Mieter:innen mit wenig oder keinen Deutschkenntnissen es besonders schwer haben, sich gegen Missstände zu wehren. Vernachlässigte Wohnungsbestände Kalt. Feucht. Allein gelassen. Fotos: mik Der Winter war für zahlreiche Mieter:innen in der Speckestraße und am Gerlachweg in Westerfilde geprägt von Kälte und dem Gefühl, allein gelassen zu werden. Die in die Jahre gekommenen Leitungsstränge der Heizungsanlage sorgten für kalte Wohnungen. Die Reparatur dauerte. Das vermietende Unternehmen Peach Property beschwichtigte. Als die kommunale Wohnungsaufsicht schließlich eingriff, mahlten die Mühlen langsam. Umso wichtiger, dass Mieter:innen wehrhaft bleiben.

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