Mieterverein Dortmund - Nr. 84

12 Grafik: KI-generiert Wer einer Wohnungsgenossenschaft beitritt, zahlt eine Einlage und wird damit Mitglied und Miteigentümer:in des gemeinschaftlichen Wohnungsbestands. Anders als bei privaten Vermieter:innen müssen mit Genossenschaftswohnungen nicht zwingend Gewinne gemacht werden. Das Nutzungsentgelt muss lediglich die Kosten decken, die das Wohnen tatsächlich verursacht. Viele Genossenschaften schütten jedoch freiwillig auf die Einlage der Mitglieder eine Dividende aus und orientieren sich in der Praxis am Mietspiegel oder anderen Vergleichswerten. So sorgen sie dafür, dass sich die eigentlich günstigen Entgelte der üblichen Marktmiete angleichen. Zwei Arten zu wirtschaften Im vergangenen Jahr stellten Kamphausen und Giebel auf dem zweiten alternativen Genossenschaftskongress in Hamburg einen anderen Weg vor, wie Genossenschaften die Höhe des Nutzungsentgelts ganz im Sinne ihrer Mitglieder festlegen könnten. Dazu unterschieden die beiden Referenten grundlegend zwischen erwerbswirtschaftlichen Unternehmen, deren Ziel es sei, den Gewinn zu maximieren und bedarfswirtschaftlichen Unternehmen – wie etwa Genossenschaften – deren Ziel es sein müsse, den Nutzen der Mitglieder zu maximieren. Zwei völlig verschiedene Ziele, die auch unterschiedliche betriebswirtschaftliche Werkzeuge verlangen. Wohnungsgenossenschaften funktionieren grundlegend anders als gewinnorientierte Immobilienunternehmen. Wer in einer Genossenschaftswohnung wohnt, ist in der Regel auch Mitglied der Genossenschaft und damit Miteigentümer:in und nicht nur Mieter:in. Somit zahlen Genoss:innen auch keine Miete, sondern ein Nutzungsentgelt, das sich jedoch nicht automatisch an der üblichen Marktmiete orientieren sollte. Die Hamburger Michael Kamphausen und Frank Giebel zeigten auf dem 2. alternativen Genossenschaftskongress, dass es auch anders geht. Genossenschaftliches Modell Was kostet Wohnen eigentlich? Mieterforum II/2026 ::: Stadt im Wandel

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