Mieterforum I/2026 10 ::: Titel Der Schock saß tief bei den Menschen am Clarenberg, als die Nebenkostenabrechnungen für 2024 Ende des Jahres eintra- fen. Über 1.000 € Nachforderungen waren die Regel, in einigen Fällen stiegen die Forderungen sogar auf bis zu 4.000 € und mehr. Kostentreiber war vor allem der Wärmepreis von knapp 33 cent/kWh - der Verbrauch war häufig unverändert. Für alle, die die Kosten selbst zahlen müssen, fast eine Unmöglichkeit. Doch auch für den städtischen Haushalt eine Herausforderung, denn viele Haushalte am Clarenberg beziehen Bürgergeld oder Grundsicherung. Trotz allgemein deutlich gestiegener Heizkosten sticht die Situation in Hörde dennoch heraus. Sowohl von der Höhe der Nachforderungen als auch von der Anzahl der Neueintritte in den Mieterverein. Korrektur angekündigt Der Mieterverein Dortmund legte für seine Mitglieder Widerspruch ein und forderte Einblick in die zu Grunde liegenden Verträge und Rechnungen. Solange diese Belege nicht vollständig vorliegen, können sich die Mitglieder auf das Zurückbehaltungsrecht berufen und müssen die Nachforderungen nicht zahlen. Nachdem sich SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau in einem öffentlichen Brief an das Unternehmen gewandt hatte, stellte die LEG eine Korrektur der Abrechnungen in Aussicht, die von 10 % - 15 % niedrigeren Heizkosten ausgehen solle. Das verringert zwar die Kosten, doch die insgesamt hohen Nachforderungen dürften trotzdem bleiben. Bis zum Versand der Korrekturabrechnung hat die LEG gegenüber dem Mieterverein eine Mahnsperre angekündigt. Heizkosten weiterhin zu hoch? Brisant sind die hohen Heizkosten auch deshalb, weil die LEG nicht die tatsächlichen entstandenen Gaskosten in Rechnung stellt, sondern über ein sogenanntes Contracting abrechnet. Das bedeutet: Die Heizungsanlage gehört der LEG Tochterfirma ESP. Diese schließt mit einem weiteren LEG Tochterunternehmen einen Vertrag über die Wärmelieferung ab. Wenn jedoch auf beiden Seiten der Verträge Tochterunternehmen der LEG stehen, stellt sich die Frage, ob beide Seiten ein Interesse an möglichst niedrigen Heizkosten haben. Der Mieterinnenverein Witten wirft der LEG deshalb vor, dass die vertraglichen Grundlagen für die Wittener Bestände unwirksam seien. Ob dies in Dortmund auch der Fall ist, muss die Belegprüfung zeigen. Dann wäre die angekündigte Korrektur deutlich zu gering. Wir werden über den weiteren Fortgang berichten. (mar) Der Mieterverein erlebte in den vergangenen Wochen einen regelrechten Ansturm von Neumitgliedern aus der Großsiedlung am Clarenberg in Hörde. Hintergrund sind Heizungsausfälle, Mietanpassungen und vor allem Abrechnungen mit horrenden Nachforderungen, die die LEG verschickt hatte. Der Wohnungskonzern kündigte inzwischen zwar Korrekturen an, viele Fragezeichen bleiben jedoch offen. Schock für LEG-Mieter:innen Heizkostenhammer am Clarenberg Riesige Zahlen vor den Gebäuden, riesige Zahlen in den Nebenkostenabrechnungen - am Clarenberg herrscht Unruhe unter den Mieter:innen. Foto: ts
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