Mieterverein Dortmund - Nr. 85

Mieterforum III/2026 8 ::: Vermieter:innen Als Ende 2025 in der LEG-Großsiedlung die jährliche Heizkostenabrechnung in den Briefkästen lag, waren viele Mieter:- innen geschockt. Die Nachforderungen betrugen in vielen Fällen mehr als 1.000 Euro, teilweise sollten einige Haushalte sogar mehr als drei-, vier-, fünftausend Euro nachzahlen. Das lag aber nicht an deren Heizverhalten. Der Verbrauch blieb in vielen Haushalten unverändert. Was den Preis in die Höhe getrieben hatte, war das konzerneigene ContractingSystem der LEG. Die Heizungsanlage gehört nämlich nicht der LEG, sondern der EnergieServicePlus GmbH (ESP), einem hundertprozentigen Tochterunternehmen des Wohnungsriesen. Einen unabhängigen Markt, der den Preis für die Wärmelieferung nach unten drücken würde, gibt es nicht. Jede Menge Mängel Ende Januar hielt die SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau eine kurzfristig anberaumte Bürgersprechstunde direkt vor Ort in der Siedlung ab. „Normalerweise nutzen nur wenige Bürger:innen solche Angebote, doch am Clarenberg kamen mehr als 30 total verzweifelte Menschen und suchten das Gespräch“, sagt die Politikerin. „Erschütternd fand ich ein junges Mädchen, deren Eltern ebenfalls eine große Nachforderung erhalten hatten. Sie konnte den exakten Betrag nennen. Darum sollte sich kein Kind Gedanken machen müssen.“ Außerdem berichteten die Bewohner:innen von Rattenbefall, regelmäßig defekten Aufzügen, überfüllten Mülltonnen und WasVernachlässigte Wohnungsbestände Gemeinsam etwas erreichen Fotos: ts Die Mieter:innen am Clarenberg in Dortmund-Hörde haben ein hartes Jahr hinter sich: Heizungsausfälle, Fahrstuhlausfälle, Duschverbote aufgrund von Legionellen sowie horrende Nachforderungen von Betriebs- und Heizkosten. Doch die Geschichte hat eine zweite Seite. Wer sich wehrt, wer zusammenrückt und wer laut wird, kann etwas bewegen.

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