Mieterverein Dortmund - Nr. 85

Mieterforum III/2026 11 ::: Verbraucher:innen lich einen Zahlungsausfall, sinkt der Score, ohne dass Betroffene etwas davon merken. Auch eine verwechselte Adresse kann teuer werden, denn nur wer lange an einer Adresse wohnt, holt hier die volle Punktzahl. Fällt so ein Fehler erst beim Bank- oder Mietvertragsgespräch auf, kann das die eigene Lebensplanung durcheinanderbringen. Deshalb lohnt sich der regelmäßige Blick in die eigenen Daten. Online lässt sich ein Konto einrichten (Identifikation per Online-Ausweisfunktion oder Post), über das sich Einträge einsehen und Fehler korrigieren lassen. Wer keinen Account will, kann bei jeder Auskunftei einmal im Jahr eine kostenlose DSGVO-Auskunft verlangen. Das lohnt sich insbesondere nach einem Umzug, einer Scheidung oder Hochzeit oder dem Ende eines Kreditvertrags. Auskunfteien müssen falsche oder unzulässig gespeicherte Daten auf Antrag kostenfrei berichtigen, löschen oder deren Verarbeitung einschränken. Auch das Unternehmen, das die falschen Daten gemeldet hat, sollte zur Löschung aufgefordert werden. Wer vermutet, dass ein schlechter Score hinter einer Absage steckt, kann beim betreffenden Unternehmen nachfragen und sich bei Bedarf an die entsprechende Auskunftei wenden. Musterbriefe dafür bietet etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Der SCHUFA-Score hat großen Einfluss auf unsere wirtschaftliche Teilhabe, vom Ratenkredit bis zum Mobilfunkvertrag. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen nachvollziehen können, warum sich die Bewertung ihrer Bonität verändert“, sagt Ramona Pop, Vorständin beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Junge Menschen im Nachteil Ein strukturelles Problem bleibt bestehen: Viele Kriterien belohnen vor allem Beständigkeit. Lange bestehende Konten und Kreditkarten oder eine Adresse, an der man möglichst 20 Jahre oder länger wohnt. „Gerade jüngere Verbraucher:- innen haben gar nicht die Chance auf einen guten Wert, weil sie sich noch nicht im Wirtschaftsleben beweisen konnten und sie ausbildungs- oder berufsbedingt häufiger umziehen“, kritisiert Christine Steffen von der Verbraucherzentrale NRW. Sie fürchtet zudem, dass sich das System auf das Verhalten von Menschen auswirkt. Es gibt Punktabzüge, wenn Angebote für Verträge, Bankkarten oder Kredite verglichen werden, ebenso für häufige Umzüge oder Stromanbieterwechsel. Auch später zu bezahlen, etwa über PayPal, oder häufig auf Rechnung zu kaufen, kann sich negativ auswirken. Wer das weiß, kauft und plant vielleicht anders, als er es sonst täte. Wichtig für Mieter:innen Aus der Beratungspraxis der Mietervereine ist bekannt: Manchen Mitgliedern wird ein negativer SCHUFA-Eintrag angedroht, wenn sie unberechtigte Forderungen von Vermietenden nicht erfüllen wollen. Viele sind zudem verunsichert, ob eine berechtigte Zahlungsverweigerung zu einem SCHUFA-Eintrag führen kann, der dann die Chancen auf dem ohnehin engen Wohnungsmarkt verschlechtert. Klar ist: Wer eine Zahlung zu Recht verweigert, etwa im Rahmen einer Mietminderung, darf dafür keinen negativen Eintrag bekommen. Ob sich alle Vermietenden daran halten, ist eine andere Frage. Umso wichtiger, die eigenen Daten im Zweifel zu prüfen und Fehler schnell korrigieren zu lassen. (DMB/mik) So verbessern Sie Ihren Score • Zahlungsstörungen vermeiden. Auch kleine offene Beträge wirken sich aus. • Rechnungen nicht aufschieben, selbst wenn der Anbieter es anbietet. • Alte Konten und Kreditkarten nicht kündigen. Sie können zusammen bis zu 150 Punkte bringen. • Laufende Kredite zuverlässig bedienen. • Verträge und Kredite innerhalb von 28 Tagen vergleichen, dann zählen mehrere Anfragen als eine. Ab drei Anfragen pro Jahr fällt der Wert für dieses Kriterium auf null. • Eine Identitätsprüfung per Post-Ident oder Online-Ausweisfunktion bringt sofort 38 Punkte.

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