Mieterforum III/2026 10 ::: Verbraucher:innen Wer schon einmal eine Wohnung, einen Kredit oder einen Handyvertrag wollte, kennt die Frage nach der SCHUFA-Auskunft. Der Scoring-Wert entscheidet mit, ob eine Bewerbung überhaupt eine Chance hat oder ob es nur gegen Vorkasse, zu schlechteren Konditionen oder gar nicht klappt. Neben der SCHUFA gibt es zwar noch andere Auskunfteien wie Bürgel oder Creditreform, doch kaum eine hat einen ähnlich großen Einfluss wie das Wiesbadener Unternehmen. Wie die Bewertung zustande kam, ob gespeicherte Daten fehlerhaft waren und wie sich Lebensentscheidungen auf den Score auswirken, war für Verbraucher:innen lange kaum nachvollziehbar. Auch die sogenannte Selbstauskunft brachte oft keine Klarheit. Das brachte die SCHUFA nicht nur mit Daten- und Verbraucherschutzorganisationen in Konflikt, sondern auch mit dem Europäischen Gerichtshof: Im Februar 2025 urteilte er, das Unternehmen müsse seine Bewertungskriterien transparenter und verständlicher gestalten. 12 Kriterien statt 250 Seit März reagiert die SCHUFA darauf. Statt bis zu 250 Faktoren fließen nun nur noch zwölf offengelegte Kriterien in den Score ein. Zu diesen Kriterien gehören etwa Zahlungsstörungen, das Alter von Konten, Umzüge, Kredite und Bonitätsanfragen. Die Kategorien reichen von „ungenügend“ (bis 99 Punkte) bis „hervorragend“ (776 bis 999 Punkte). Laut SCHUFA landen 62 % der Verbraucher:innen in der besten Kategorie, 8 % in der schlechtesten. Nur 0,03 % erreichen die volle Punktzahl. Durch die Umstellung wurden 8 % aller Verbraucher:innen schlechter eingestuft als vorher. Fehler bleiben das größte Risiko So nachvollziehbar der neue Score auch ist, das Grundproblem bleiben fehlerhafte Daten. Meldet ein Unternehmen fälschSCHUFA-Score Neuer Score, alte Probleme Bonitätsprüfer wie die SCHUFA entscheiden mit, ob Sie eine Wohnung bekommen, einen Kredit oder einen neuen Handyvertrag abschließen können. Nach einem EuGH-Urteil hat die SCHUFA ihr Berechnungssystem grundlegend überarbeitet. Transparenter ist der neue Score tatsächlich. Gelöst sind die alten Probleme damit aber nicht. Grafik: KI-generiert
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