Mieterverein Dortmund - Nr. 85

Mieterforum III/2026 6 ::: Stadt im Wandel Sylvia Günther und Gabriele Wiemann haben sich zu einer Zeit kennengelernt, in der von Eving noch keine Rede war. Beide zogen Söhne mit hohem Hilfebedarf groß. Und beide fanden das Angebot an Wohn- einrichtungen für sie unzureichend. „Ich habe mir die Einrichtungen angeschaut und mich gefragt: Möchte ich selbst so wohnen?“, sagt Sylvia Günther. Als Antwort entstand 2009 der MOSAIK e.V. Der Verein fördert das inklusive Miteinander von Menschen mit und ohne Hilfebedarf und versteht sich als solidarische Gemeinschaft, in der jeder Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen zählt. Von der Idee zum Projekt Im Laufe der Jahre wurden die Ziele konkreter und die Gruppe von Interessenten wuchs stetig. Kein klassisches Wohnheim, mit pflegerischer Rund-um-die-Uhr- Versorgung, sondern ein Haus, in dem Menschen mit und ohne Hilfebedarf freiwillig, selbstbestimmt und gleichberechtigt zusammenleben. „Vielfalt, Selbstbestimmung, Begegnung auf Augenhöhe“, fasst Wiemann es zusammen. Um das Vorhaben wirtschaftlich zu stemmen, gründeten die beiden ergänzend zum MOSAIK e.V. die Genossenschaft namens MOSAIK – Leben in Vielfalt eG. Der lange Weg zum Grundstück Bis zum eigenen Haus war es ein Marathon. Ein Grundstück in Aplerbeck, um das sich die Gruppe drei Jahre bemühte, wurde überraschend zwangsversteigert. MOSAIK bekam nicht den Zuschlag. Ein zweiter Anlauf an der Hagener Straße scheiterte an einer Erbengemeinschaft, die das Grundstück nicht verpachten wollte. Weitere Grundstücke ließen die Infrastruktur vermissen, waren noch nicht erschlossen, zu teuer oder völlig vage, was Bebauungspläne anging. Erst 2017 kam die Wende: Der Architekt, der die Pläne für MOSAIK mitentwickelt Foto: MOSAIK Im April 2025 war es endlich so weit. Das inklusive und generationsübergreifende Wohnprojekt MOSAIK konnte in den fertiggestellten Neubau am Winterkampweg in Dortmund-Eving, auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Minister Stein, einziehen. Im Mieterforum berichteten wir erstmals vor mehr als zehn Jahren über die Pläne. Zeit für einen Besuch bei den Personen, die das Projekt von Anfang an getragen haben. Inklusives Wohnprojekt Es ist normal, dass wir anders sind

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