Mieterverein Dortmund - Nr. 85

Mieterforum III/2026 15 ::: Titel die Petition und stellt zusätzlich die herausfordernde Lage im Ruhrgebiet zur Diskussion. „Die Mietpreisbremse gilt hier erst seit März 2025 und auch nur für Dortmund selbst. Der Rest der Region ist bis heute außen vor. Beim Mietendeckel darf sich dieser Fehler nicht wiederholen“, so Roeser. Drei Konzepte, ein Ziel Zwischen technischer Reform, politischer Kampagne und gerichtsfestem Verfassungsrahmen ist derzeit einiges in Bewegung. Erst einmal ein gutes Zeichen, denn es braucht eine breite gesellschaftliche Diskussion über steigende Mieten. Dass die unterschiedlichen Ansätze auch zu gegensätzlichen Antworten kommen, wer eigentlich am Ende die Zeche für steigende Mieten zahlen soll, liegt in der Natur der Sache. Wer die Debatte verfolgen und mitentscheiden möchte, kann die Petition zum Mietendeckel online unterschreiben. Unterschriftenlisten sind auch in der Geschäftsstelle des Mietervereins Mietenstopp vor, sodass Erhöhungen komplett eingefroren werden. Anschließend soll ein dauerhafter Mietendeckel greifen: gestaffelt nach drei Gebietstypen und mit verbindlichen Obergrenzen. Anders als das Gutachten des Juristentags zielt dieser Vorschlag direkt auf sinkende Mieten. Getragen wird die Forderung auch vom bundesweiten Bündnis „Mietendeckel Jetzt!“, das am 31. August eine begleitende Petition startete. Auch der Mieterverein Dortmund und Umgebung unterstützt schrittweise den teuren Angebotsmieten angepasst werden – deutlich über das Niveau des Mietspiegels. Wer nicht freiwillig umzieht, soll auch über Umsetzungskündigungen von Vermieter:innen dazu gezwungen werden können. Widerspruch Mieterschützer:innen lehnen diesen Kern des Vorschlags entschieden ab. Wer die Preisschere schließen will, sollte überteuerte Neuvermietungsmieten absenken. Die Erhöhung der Mieten würde ausgerechnet jene Mieter:innen treffen, die häufig nur bedingt umzugsfähig sind und nicht ohne Grund lange in derselben Wohnung leben. Jurist:innen aus vielen Mietervereinen werden die Kritik daher auch am Juristentag vortragen. Auch eine wissenschaftliche Stellungnahme von Professuren und wissenschaftlichen Mitarbeitenden aus der Stadt- und Wohnungsforschung kommt zu einem ähnlichen Schluss. Die Mieten im Bestand zu erhöhen, wird Umzüge nicht fördern – aber Kosten erhöhen. Der Mieterverein Dortmund und Umgebung sieht das ähnlich. „Die Idee der Juristen löst die eigentliche Ursache der Preisschere nicht“, erklärt Markus Roeser. Und das sind die seit Jahren explodierenden Angebotsmieten. „Wer den Abstand zwischen Alt und Neu verringern will, muss an der Neuvermietungsmiete ansetzen, nicht an der Bestandsmiete“, so der wohnungspolitische Sprecher des Vereins. Der politische Vorstoß Während der Juristentag über Reformdetails berät, werden in der Politik deutlich dickere Bretter gebohrt. Die Linksfraktion im Bundestag hat mit dem Antrag „Bundesweiter Mietendeckel jetzt“ ein zweistufiges Modell vorgelegt. Es sieht in einem ersten Schritt einen befristeten ANWALTSKANZLEI Märkische Straße 46 | 44141 Dortmund | Tel. 0231/5897980 info@anwaeltebuero.de | barrierefreier Zugang Hauke Herrmann Fachanwalt für Sozialrecht, ALG I, I I Renten- und Schwerbehindertenrecht Larissa Völker Mietrecht, Vertragsrecht Verkehrsrecht

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