Mieterforum IV/2025 8 ::: Verbraucher:innen Worin liegt die Herausforderung bei der Modernisierung von dezentralen Heizungen? Die Wärmewende erfordert einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmebereitstellung für Raumwärme und Warmwasser. Gerade in Dortmund gibt es noch viele Wohnungen, die nicht an eine Zentralheizung angeschlossen sind, sondern dezentral erwärmt werden Dazu gehören Wohnungen mit einer Gastherme (Gasetagenheizung), einem Nachtstromspeicher oder mit Gas- oder Öl-Einzelöfen. Bei einer Erneuerung der Heizungsanlage sind Zentralheizungen für ein ganzes Gebäude im Vorteil, weil bei diesen „einfach nur“ ein Gaskessel im Keller durch eine Wärmepumpe oder einen Fernwärmeanschluss ersetzt werden muss. Die Umrüstung dezentral beheizter Wohnungen erfordert mehr Abwägung und Planung. Eigentümer:innen müssen die Gasanschlüsse stilllegen und zurückbauen, eine alternative, nachhaltige Heizungsvariante im Gebäude realisieren und die Heizkosten verteilen. Wer entscheidet über die Heiztechnik und den Energieträger? Generell entscheiden die Eigentümer:- innen über den Energieträger und lassen die zugehörige Technologie einbauen. Somit schaffen sie in diesen Gebäuden technische Sachzwänge. Mieter:innen können nicht mitentscheiden. Bei dezentralen Heizungen müssen sie die Verantwortung für den Betrieb (Wartung, ggf. Schornsteinfeger) übernehmen und haben maximal die Wahl des Energielieferanten. Nach wie vor – und im Zuge der kommunalen Wärmeplanung noch mehr – gilt es hier, die Eigentümer:innen an ihre Pflichten zu erinnern, welche sich aus Verfassung und Gebäuderichtlinien ergeben. In den letzten Jahren wurden bereits in vielen Siedlungen Gasetagenheizungen durch Zentralheizungen ersetzt. Was spricht dafür? Grundsätzlich ist eine Zusammenführung der Etagenheizungen energetisch, technisch und auch perspektivisch sehr Rund 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland fallen in den Bereich Wohnen. Für den Klimaschutz spielen folglich Maßnahmen zur energetischen Sanierung und der Einsatz von erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle. Dabei gehen die großen Wohnungsunternehmen unterschiedliche Wege: Die LEG plant dezentral beheizte Wohnungen mit Luft-Luft-Wärmepumpen auszustatten. Der Spar- und Bauverein will den Althoffblock an die Fernwärme anschließen. Mit dem Mietervereins-Vorstandsmitglied Martin Steinestel, der sich beruflich seit Jahren mit Energieberatung und Klimaschutz beschäftigt, begab sich das Mieterforum auf die Suche nach sinnvollen technischen Lösungen. Interview Die Wärmewende in dezentral beheizten Mietwohnungen Foto: KI-generiert
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