Mieterforum IV/2025 7 ::: Vermieter:innen Die gesetzlich vorgeschriebene Umstellung auf regenerative Energieträger ist gerade bei dezentralen Heizungen, zum Beispiel Gasetagenheizungen, nicht so einfach wie bei Zentralheizungen (s. Interview S. 8). Ursprünglich sahen die LEG-Pläne die Installation von Luft-Luft-Wärmepumpen in jedem Zimmer sowie die Wärmelieferung über ein LEG-Tochterunternehmen vor. Anhand einer Siedlung in Münster konnte der Deutsche Mieterbund zeigen, dass diese Konstellation zu verdoppelten, teilweise verdreifachten Wärmekosten führen würde, worüber auch das ARDMagazin Panorama berichtete. Contracting vom Tisch Nach Mieter:innenprotesten und öffentlicher Kritik hat die LEG nun eingelenkt: Das Unternehmen verzichtet nach eigenen Angaben auf das geplante Contracting-Modell und koppelt den Strompreis an den Wahltarif des örtlichen Versorgers. Zudem bleibt die Umstellung eine Modernisierungsumlage, die auf 50 Cent pro Quadratmeter gedeckelt ist. „Wir freuen uns, dass die Kritik des Mieterbundes aufgegriffen wurde. Nach mehreren Gesprächen hat die LEG ein Konzept vorgelegt, das für die Mieter:innen nur geringe Heizkostensteigerungen zur Folge hat. Die 20.000 davon betroffenen Haushalte bleiben von einer Verdoppelung der Heizkosten verschont“, erläutert Dr. Maximilian Fuhrmann, Experte für große Wohnungsunternehmen beim Deutschen Mieterbund. „Selbstverständlich hätten wir uns aber eine kostenneutrale Umstellung des Heizsystems gewünscht. Dies wäre durch einen Teilverzicht auf die Modernisierungsumlage möglich.“ Vorgehen weiterhin fragwürdig Auch wenn die extremen Kostensteigerungen erst einmal vom Tisch sind, sehen Mieterschützer:innen den geplanten Einbau der Luft-Luft-Wärmepumpen weiterhin kritisch. Die Umstellung auf eine Zentralheizung, sei es eine Wärmepumpe für das gesamte Haus oder ein Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz, dürfte in vielen Fällen die technisch sinnvollere Lösung sein. „Für Wohnungen mit bisherigen Gasetagenheizungen ist die Idee der Luft-Luft-Wärmepumpen aus Mieter:innensicht keine Lösung, sondern nur eine Problemverlagerung. Hinzu kommen Zuglufterscheinungen durch das Gebläse, Lärmaspekte und ein hoher Wartungsbedarf“, ordnet Martin Steinestel, Vorstand des Mietervereins ein und führt weiter aus: „Falls Vermieter:innen nicht mehr genutzte Heizkörper einfach in den Wohnungen zurücklassen und nicht zurück bauen, stellt das aus meiner Sicht eine Beeinträchtigung der Wohnung dar. Der bestimmungsgemäße Gebrauch der nutzlosen Heizkörper ist dann nicht mehr gegeben. Stattdessen verkleinern sie den verfügbaren Wohnraum.“ (DMB NRW/mar) Im letzten Mieterforum berichteten wir von den Plänen der LEG, in mehr als 20.000 Wohnungen Nachtspeicheröfen, Gasetagenheizungen und Einzelöfen durch Luft-Luft-Wärmepumpen zu ersetzen. Recherchen des Deutschen Mieterbunds NRW ergaben eine massive Steigerung der Heizkosten bei diesem Modell. Die LEG lenkt nun in Fragen der Abrechnung ein. An der Maßnahme selbst möchte das Unternehmen aber festhalten. Mieterhöhungen LEG lenkt ein – zum Teil Foto: pixabay
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