Mieterverein Dortmund - Nr. 82

Mieterforum IV/2025 5 ::: Intern Monika Hohmann, seit vielen Jahren Vonovia-Mieterin, berichtete von ihren Erfahrungen. Sie schilderte, wie sie und ihre Nachbar:innen plötzlich mit nicht nachvollziehbaren Mieterhöhungen konfrontiert wurden. „Ich sollte eine Mieterhöhung von 84,70 Euro bezahlen. Da habe ich mich sofort ans Telefon gehangen und bei Vonovia angerufen.“ Zwei Tage nach dem Telefonat reduzierte Vonovia die Erhöhung auf 72 Euro. Immer noch viel zu viel, denn die gesteigerte Miete begründete das Wohnungsunternehmen mit Merkmalen, die entweder nicht vorhanden waren oder nicht von Vonovia umgesetzt wurden. „Es hieß, ich hätte ein behindertengerechtes Badezimmer, aber das hat die Pflegekasse bezahlt. Ich habe Rollläden an einigen Fenstern, die meine Versicherung nach einem Einbruch bezahlt hat. Und eine offene Küche habe ich gar nicht.“ Nachdem WDR und Ruhr Nachrichten über den Fall berichteten reduzierte Vonovia die Mieterhöhung erneut – diesmal auf 33,90 Euro. „Laut Mieterverein wäre aber nur eine Erhöhung um maximal 23,19 Euro gerechtfertigt – die zahle ich natürlich auch“, erklärte Monika Hohmann. Markus Roeser vom Mieterverein mahnte an: „Wenn Wohnungsunternehmen die festgelegten Grenzen im Mietspiegel einfach ignorieren und Zuschläge für Standardausstattungen erfinden, ist das ein Angriff auf das gesamte System.“ Zwischenzeitlich ist Vonovia bereits in mehreren Verfahren vor dem Amtsgericht Dortmund mit diesem Versuch gescheitert. Und auch Monika Hohmann erhielt kurz vor Redaktionsschluss die gute Nachricht, dass sie vor Gericht gewonnen habe. Stabil und handlungsfähig Im Anschluss an den Talk eröffnete Dr. Tobias Scholz die Mitgliederversammlung. Viel Raum nahmen dabei diverse kleine Satzungsänderungen ein. Anstrengende Detailarbeit, die aber im Sinne einer maximalen Transparenz nötig war. Die geänderte Satzung kann auf unserer Webseite oder in unserer Geschäftsstelle eingesehen werden. Der Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre war dann wieder sehr erfreulich. Die Nachfrage nach Rechtsberatung ist weiterhin hoch, was zeigt, dass die Arbeit des Mietervereins dringend nötig ist. Gleichzeitig bleibt der Verein organisatorisch und finanziell stabil und ist mit rund 15.000 Mitgliedern weiterhin einer der größten Mietervereine in NordrheinWestfalen. Und auch in der Vereinsführung bleibt alles beim Alten: Rita Maria Jünnemann, Martin Steinestel und Hans-Ulrich Dönhoff bilden weiterhin das ehrenamtliche Vorstandsteam. Die diesjährige Mitgliederversammlung zeigte eindrücklich: Der Mieterverein ist gut aufgestellt und lässt sich im Einsatz gegen überzogene Mieterhöhungen und Fantasiezuschläge nicht einschüchtern. (mik) Am 10. September 2025 fand in der Werkhalle des Union Gewerbehofs die ordentliche Mitgliederversammlung des Mietervereins Dortmund und Umgebung e. V. statt. Vor der offiziellen Sitzung bekamen die Anwesenden beim wohnungspolitischen Talk Infos zu Vonovias Fantasiezuschlägen aus erster Hand. Mitgliederversammlung Klares Signal gegen Fantasiezuschläge Foto: mik Markus Roeser und Monika Hohmann beim wohnungspolitischen Talk.

RkJQdWJsaXNoZXIy NDcxMjk=