Mieterverein Dortmund - Nr. 82

Mieterforum IV/2025 15 ::: Stadt im Wandel stärkt das soziale Miteinander, die Identifikation mit dem direkten Umfeld und das Verantwortungsbewusstsein für die Nachbarschaft. Denn nur wer sich kennt, achtet auch aufeinander. Das Engagement im Althoffblock zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll und wirksam Nachbarschaftsarbeit vor Ort sein kann. Wo Menschen sich zusammenschließen, um ihre unmittelbare Lebensumgebung zu gestalten, entsteht gelebte Mitbestimmung – jenseits von Gremien und Geschäftsordnungen. Solche Initiativen sind eine unverzichtbare Ergänzung zur organisierten Arbeit des Mietervereins: Sie greifen auf, was im Alltag spürbar ist, bringen Anliegen direkt aus der Bewohnerschaft ein und tragen dazu bei, dass sozialer Zusammenhalt und Mitverantwortung im Quartier lebendig bleiben – beharrlich, solidarisch und mit Wirkung für das ganze Viertel. (mik) Genossenschaftliche Mitbestimmung Doch bei einer Genossenschaft mit mehr als 20.000 Mitgliedern stoßen basisdemokratische Ideen schnell an ihre Grenzen. Organe wie die gewählte Vertreterschaft sollen die Partizipation der Genoss:innen gewährleisten, sind jedoch vom operativen Geschäft weitgehend ausgeschlossen. Und wie lassen sich eigentlich ganz unterschiedliche, legitime Einzelinteressen so zusammenbringen, dass sich jedes Mitglied ausreichend repräsentiert fühlt? Eine Frage, die weder schnell noch einfach zu beantworten ist und die deshalb breit diskutiert werden muss. Neben dem kritischen Blick auf die Entscheidungen des Spar- und Bauvereins setzt sich die Initiative auch für ein gutes Zusammenleben der Bewohner:innen des Althoffblocks ein und organisiert immer wieder Feste rund um die Gebäude. Das nicht aus. Hinter der Kritik an den diversen Maßnahmen des Spar- und Bauvereins steht eine deutlich größere Frage im Mittelpunkt: Wie muss genossenschaftliches Wohnen aussehen, damit Teilhabe, Mitgestaltung und Mitbestimmung gewährleistet sind und die Genoss:innen eben nicht zu Mieter:innen werden, die keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Genossenschaft haben. Folgerichtig engagieren sich einige Bewohner:innen des Althoffnlocks auch in der 2023 gegründeten Initiative „Genossenschaft von unten Dortmund“, die sich für mehr Mitbestimmung einsetzt. „Wir möchten, dass sich genossenschaftliche Werte wie die Versorgung mit günstigem Wohnraum, Solidarität und eine Mitbestimmung auf Augenhöhe mit Vorständen und Aufsichtsräten durchsetzen“, verdeutlicht Kirsten.

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