Mieterforum IV/2025 14 Innenhöfe – grüne Stadtinseln mit altem Baumbestand und großen Rasenflächen – bekamen gepflasterte Wege, natürliche Gefälle wurden durch Betonelemente abgestützt und alter Baumbestand sollte aus Sicherheitsgründen gefällt werden. In Zeiten des Klimawandels eine unnötige Versiegelung von Flächen, fand die Initiative. Die engagierten Mitglieder begannen sich zu vernetzen, informierten die Anwohner:innen des Blocks und gingen aktiv auf den Spar- und Bauverein zu. „Den Kern bilden dabei 10 bis 15 Personen, die sich regelmäßig treffen“, erklärt Petra. Und weiter: „Je mehr Menschen sich anschließen, desto wirksamer können wir unser Quartier mitgestalten. Durch eine größere Präsenz stärken wir unser Mitbestimmungsrecht. So schaffen wir gemeinsam die Möglichkeit uns bei Brennpunktthemen wie dem Mietspiegel für Genossenschaften und der Fernwärme gezielt einzubringen.“ Auch heute noch ist der Althoffblock im Bestand des Spar- und Bauvereins und gehört zu den gefragtesten Objekten des Wohnungsunternehmens. Wer dort einziehen möchte, benötigt einen langen Atem, denn die Warteliste ist lang. Ein Grund, warum der Althoffblock so beliebt ist, sind dessen Bewohner:innen, die eine motivierte und engagierte Nachbarschaftsinitiative ins Leben gerufen haben. Mit einigen dieser aktiven Anwohner:innen sprachen wir über Engagement an der Basis, aktuelle Herausforderungen und die Idee des genossenschaftlichen Wohnens. Innenhöfe als grüne Inseln „Der Ausgangspunkt der Initiative war letztendlich die geplante Umgestaltung der Innenhöfe und der Grünflächen“, sagt Beatrice und zeigt Pläne des ausführenden Landschaftsarchitekten. „Das war Anfang 2021.“ Die über Jahrzehnte von den Bewohner:innen liebevoll gestalteten Und so kristallisierten sich schnell weitere Maßnahmen des Wohnungsunternehmens heraus, die die Initiative kritisierte. Etwa steigende Nutzungsentgelte durch Modernisierungsmaßnahmen, der Einbau moderner Hauseingangstüren in die historischen Fassaden sowie der Anschluss des Blocks an das Fernwärmenetz. „Der Spar- und Bauverein spricht von 10 bis 30 Prozent niedrigeren Kosten“, sagt Karin. „Aber ob das dauerhaft so bleiben wird, konnte uns niemand versprechen.“ Geschützter Denkmalbereich Es folgten viele Protestaktionen, offene Briefe wurden geschrieben, Unterschriften gesammelt, Petitionen gestartet und Erfolge erzielt: Im Sommer 2024 wurde der Althoffblock durch einen Beschluss des Stadtrats als Denkmalbereich unter Schutz gestellt. Doch auf diesen Erfolgen ruhen sich die Mitglieder der Initiative Foto: mik Engagement vor Ort Schönes erhalten – Zukunft gestalten Der Althoffblock im Kreuzviertel gehört zu den beliebtesten Wohnquartieren der Stadt. Das ab 1914 vom genossenschaftlichen Spar- und Bauverein erbaute Ensemble von mehreren zumeist viergeschossigen Gebäudekarrees liegt zentral und bietet mehr als 1.500 bezahlbare Wohneinheiten mit Altbau-Charme. Und: die wahrscheinlich schönsten Innenhöfe der Stadt. ::: Stadt im Wandel
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